Dienstag, 11. November 2014

Beschreibung von Goethes Charakter "Werther"


„Die Leiden des jungen Werther“ Johann Wolfgang Goethe

Beschreibung von Werther in einem Brief

Sehr geehrter Herr . . .


In den folgenden Zeilen werde ich versuchen ihnen die Persönlichkeit und den Charakter des jungen Herrn Werther zu beschreiben.

Herr Werther (Nachname unbekannt), Protagonist aus „Die Leiden des jungen Werther“,  ist ein junger Maler, der sich wohl im deutschsprachigen Raum aufhält.
Der Mann scheint gravierende Probleme mit sich selbst und seiner Umwelt zu haben.
An einem Tage ist er überglücklich und am nächsten hat er schwerwiegende Depressionen.
Seine Probleme gründen wahrscheinlich auf der Liebe zu Lotte (Nachname ebenfalls unbekannt), welche er auf einem Ball kennengelernt hat, die er unbedingt glücklich machen möchte. Dieser Wunsch wird jedoch dadurch verunmöglicht, dass Lotte (eigentlich Charlotte) schon an einen Mann namens Albert vergeben ist.
Werther, der stark suizidgefährdet scheint, drückt sein Leiden durch Briefe aus, welche er an einen gewissen Wilhelm schickt. Wilhelm muss Werthers Freund oder Bruder sein.
Die Antworten, welche Wilhelm auf Werthers Briefe gibt, sind im Werk nicht abgedruckt worden.
Ein weiterer Aspekt in Werthers Persönlichkeit, der nach und nach deutlicher wird, ist seine Liebe zur Natur. Für Werther ist die Natur an jenem Ort, an dem er weilt, vollkommen. Er beginnt die Natur einfach so zu malen wie sie ist, ohne etwas hinzuzufügen.
Mit der Zeit geht diese Liebe jedoch verloren, so scheint mir. Werther ist vielmehr darauf fixiert Lotte zu treffen als auf die Natur zu achten.
Werther, so hat es den Anschein, betrachtet die Welt mehr mit seinem Herzen als mit seinem Verstand. Einmal versucht er in einer Diskussion mit Albert den Freitod als „Folge einer Krankheit“ darzustellen.
Für Werther ist es unerklärlich, wieso Albert seine Argumentation, welche fast nur auf Gefühlen beruht nicht nachvollziehen kann.
Albert scheint in diesem Bezuge das klare Gegenteil von Werther zu sein. Er denkt und argumentiert fast nur auf wissenschaftlicher Ebene. Trotz diesem Unterschied sind Albert und Werther sehr gute Freunde.

In der Hoffnung ihr Interesse an einem literarischen Werk mit einer leider sehr voraussehbaren Handlung geweckt zu haben grüsst sie freundlich

Iwan Krashnikov (Name von der Redaktion geändert)


Mittwoch, 5. November 2014

Analyse der Erzählweise in "Polarrot"

Analyse der Erzählweise von „Polarrot“

Wer erzählt?

Das literarische Werk „Polarrot“ von Patrick Tschan ist aus der Sicht eines Erzählers geschrieben, welcher über dem Geschehen zu schweben scheint.
Das Werk ist in einer personalen Struktur mit einem Hang zur neutralen Erzählweise verfasst worden.
Die Tatsache, dass der Erzähler ab und an die Fähigkeit besitzt, die Gedanken von Jakob Breiter, Protagonist des Werkes, zu lesen bzw. zu sehen weist auf einen personalen Erzähler hin.
Meist jedoch erfährt der Leser nicht wirklich viel über die Gedankengänge der Figuren, insbesondere von Breiter.
Dies lässt eher auf einen neutralen Erzähler schliessen, welcher zwar über dem Geschehen schwebt jedoch nicht die Fähigkeit besitzt in die Personen hineinzusehen.

Ist es wichtig, dass er (nicht) allwissend ist?

Ich denke schon, dass es von Bedeutung ist, dass der Leser nicht besonders viel über die Gedanken von Jakob Breiter erfährt. Breiter scheint eher als geschlossener Charakter konstruiert worden zu sein. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist, dass er nicht immer voraussehbar handelt. Dieser Aspekt in Breiters Persönlichkeit ist eine der wenigen Strukturen im Buch welche Spannung erzeugt. Wäre das Werk aus der auktorialen Perspektive geschrieben, das heisst mit einem allwissenden Erzähler, wäre auch noch das letzte Bisschen Spannung in der Geschichte zerstört bzw. unterbunden worden.

Der Autor (Patrick Tschan, 52) hat sehr geschickt gehandelt indem er dem Leser nur sehr wenige Gedanken der Figuren mitteilt. Damit hat er ein, meiner Meinung nach sonst mittelmässiges Buch, in ein brauchbares literarisches Werk verwandelt.